Paulo Freire – Kurzbiographie

Paulo Freire – Kurzbiographie

 

Im Nordosten Brasiliens, in Recife, wurde Freire unter dem Namen Paulo Reglus Neves Freire am 19. Februar 1921 geboren. Recife ist die Hauptstadt des Bundesstaates Pernambuco, eine der ärmsten Regionen Brasiliens. Als Freire 13 Jahre alt war, starb sein Vater. Er wuchs in kleinbürgerlicher Umgebung auf und erfuhr Armut und Hunger am eigenen Leib.

 

Von klein auf war Freire inspiriert von der Hoffnung auf eine veränderbare, menschlichere Welt. "...even in my very early years I had begun to think that the world needed to be changed; that something wrong with the world could not and should not continue." Ein tiefes Vertrauen in die transformierende Kraft der Menschen, in die Veränderbarkeit der Welt hin zu mehr Menschlichkeit, sollte zu einem Charakteristikum seines pädagogischen Denken und Handeln werden.

 

Paulo Freire studierte zunächst Jura und wurde Rechtsanwalt. Nach nur einem Jahr gab er diesen Beruf auf und wechselte zur Pädagogik, als ihm bewusst wurde, "dass das Recht, das er studiert hatte, das Recht der Eigentümer gegen die Habenichtse war." Er wurde Professor für Geschichte und Philosophie der Pädagogik an der Universität Recife.

 

Freire war von 1947 an für 10 Jahre im Sozialdienst der Industrie tätig, unter anderem als Direktor für den Bundesstaat Pernambuco. Auf der Grundlage der Erfahrungen aus dieser Zeit entwickelte er die Grundideen einer befreienden Pädagogik.

 

Im Jahre 1961 begann unter dem brasilianischen Präsidenten Goulart eine Alphabetisierungskampagne auf nationaler Ebene, die nach einer von Paulo Freire entwickelten Methode durchgeführt wurde. Dabei sollten in 20 000 Kulturzirkeln 2 Millionen Menschen einbezogen werden. Nach dem Militärputsch von 1964 konnte Freire diese Arbeit in Brasilien nicht fortsetzen. Er musste seine Heimat verlassen und ging ins Exil.

 

Nach 4-jähriger Tätigkeit im Dienste des chilenischen Agrar- und Bildungsministeriums und 3 Jahren als Gastprofessor in Harvard/USA übernahm er von 1970 bis 1976 die Tätigkeit als Berater für Bildungsfragen in den Entwicklungsländern beim Ökumenischen Weltkirchenrat in Genf. 1976 bis 1980 arbeitete er beim Aufbau des Bildungswesens in Guinea Bissau mit.

 

Paulo Freires Pädagogik der Befreiung erlangte daraufhin in vielen afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten zunehmende Bedeutung. Er brachte seine Erfahrungen ein als Regierungsberater in Ländern wie Mozambique, Angola, Kapverdische Inseln, Nicaragua, Ecuador und Grenada. Von 1989 bis 1991 leitete er das Sekretariat für Bildung und Erziehung in Sao Paulo. Seitdem widmete er sich mehr wissenschaftlichen und beratenden Tätigkeiten und wurde zum Kritiker von neoliberalen Tendenzen im Bildungswesen.

 

Freire fühlte sich durch einen tiefen Glauben an die göttliche Kraft in allen Menschen bestärkt, seinen Weg einer befreienden Pädagogik konsequent zu verfolgen. Dieser tief verwurzelte Glauben, dieses innere Licht war es, das Freire auf seinem Lebensweg stärkte und leitete und das, wie er selbst sagte "...pushes me toward world transformation, which makes it possible to restore the humanity of those who exploit and of the week... All arguments in favor of the legitimacy of my struggle for a more people-oriented society have their deepest roots in my faith. It sustains me, motivates me, challenges me, and it has never allowed me to say, "Stop, settle down; things are as they are because they cannot be any other way."
Paulo Freire starb am 2.Mai 1997 im Alter von 75 Jahren in Sao Paulo.