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Gebühren schrecken vom Studium ab...
Studie bestätigt es!
DSW-Präsident: Studiengebühren abschaffen
Studiengebühren schrecken mehr junge Menschen ab als vermutet. Das geht aus einer Studie hervor, die CDU-Länder betrifft. Kritiker
werfen dem CDU-geführten Bildungsministerium vor, es halte die Erhebung zurück. Das Ministerium wehrt sich.
Aus dem Bildungsministerium heißt es, die Studie werde nicht unter
Verschluss gehalten, sie solle vielmehr zusammen mit der HIS-Studie über Studienanfänger WS 2007/2008 veröffentlicht werden. Diese zweite Studie sei gerade erst fertig gestellt worden; die Studie
werde derzeit ausgewertet und die Veröffentlichung werde vorbereitet.
18.000 Abiturienten verzichten
Das Papier zu Studiengebühren im Auftrag von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.
Demnach haben allein vom Abiturienten-Jahrgang 2006 bis zu 18.000 junge Menschen wegen der neuen Gebühren kein Studium aufgenommen.
2006 hatten erst zwei Bundesländer - Niedersachsen und Nordrhein- Westfalen - Gebühren verlangt. Danach erfolgte ihre Einführung in fünf weiteren unionsgeführten Ländern - in Baden-Württemberg,
Bayern, Hamburg, im Saarland sowie in Hessen, wo sie jedoch nach der jüngsten Landtagswahl wieder abgeschafft wurden.
Studiengebühren abschaffen
Der Präsident des Deutschen Studentenwerkes (DSW), Rolf Dobischat, sagte im WDR: "Studiengebühren gehören abgeschafft." Jeder vierte
Studienverzichtler habe Angst vor Studiengebühren und Verschuldung.
Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt
(SPD), forderte die unverzügliche Veröffentlichung der Studie. Die Ergebnisse dürften vor dem Bildungsgipfel von Bund und Ländern "nicht vertuscht werden". Der Bildungssprecher der
FPD-Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt, erklärte: "Es kann nicht sein, dass das Bildungsministerium eine Studie zu den Auswirkungen von Studiengebühren unter Verschluss hält, nur weil darin
Erkenntnisse sind, die nicht ins Bild passen."
Frauen verzichten häufiger
Nach der Studie verzichten insbesondere Frauen und junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern wegen der Gebühren häufiger auf das
Studium. Dagegen lassen sich Kinder aus Akademikerfamilien "deutlich seltener in ihrer Hochschulwahl beeinflussen", stellt das Hochschul- Informations-System (HIS) in der Studie fest. Die
Gebührendebatte habe unter Abiturienten und jungen Menschen mit Fachhochschulreife zu "erheblicher Verunsicherung" beigetragen - auch in Ländern, die noch keine Gebühren
verlangen.
Weiter heißt es in der Studie, eine Abwanderung von Studien-
Interessierten von "Gebührenländern" in "Nicht-Gebührenländer" sei "in großem Umfang nicht zu verzeichnen". Gleichwohl wollten im Vergleich zu früheren Jahren weniger Abiturienten aus dem Osten
im Westen studieren, wo Gebühren verlangt werden.
Auf Studiengebühren angewiesen
Der bildungspolitische Obmann der CDU/CSU-Fraktion, Michael Kretschmer (CDU), sagte, die Hochschulen seien wegen ihrer schlechten
Ausstattung auf die Gebühren als private Zuwendungen der Studierenden angewiesen. Gleichwohl dürften "diejenigen, die ernsthaft und engagiert studieren wollen, nicht abgeschreckt werden". Deshalb
müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden.
Dazu gehörten Studienkredite, Stipendien und Bafög. Die Bildungssprecherin der Linken, Nele Hirsch, sagte, auch die Bundesbildungsministerin müsse nun begreifen, dass Studiengebühren unsozial seien.
Die Studie stützt sich auf der Befragung von 5240 repräsentativ
ausgewählten Studienberechtigten des Jahrgangs 2006 sowie auf die regelmäßige Abiturienten-Untersuchungen des HIS. Das Institut mit Sitz in Hannover arbeitet im Auftrag von Bund und Ländern sowie
der Hochschulrektorenkonferenz.
Fünf Prozent weniger Studienanfänger
Im Vergleich zu 2003 gab es im vergangenem Jahr wegen der starken Abiturienten-Jahrgänge bundesweit zwar 17 Prozent mehr junge
Menschen mit Hochschulreife, gleichzeitig aber fünf Prozent weniger Studienanfänger.
2003 war mit 377.500 Neueinschreibungen an den deutschen Hochschulen ein Anfänger-Rekord erzielt worden. 2007 waren es mit 358.670 Anfängern knapp 19.000 Neueinschreibungen weniger. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Studienberechtigten um mehr als 63.000 auf 432.500.
Quellen:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/15/0,3672,7392783,00.html