Artikel teilen! Leseförderung durch Vorlesen: Vorlesen kann als eine Tätigkeit verstanden werden, die lebenslanges Lernen initiiert und stützt. Studien zu ...
Vorlesen kann als eine Tätigkeit verstanden werden, die lebenslanges Lernen initiiert und stützt.
Studien zum Vorlesen haben wiederholt die Rolle des Vorlesens in der Familie thematisiert. Dabei wird immer wieder auf die zentrale und vorbildliche Rolle des Vorlesens für die nachhaltige
literale Entwicklung der Kinder verwiesen (vgl. zuletzt in der sog. „Bahn-Vorlesestudie 2007“). Im Gegensatz dazu findet die Rolle des Vorlesens in der Schule bisher kaum Berücksichtigung –
sowohl a) in der Forschungsliteratur als auch b) in der schulischen Praxis. Immer wieder wird betont, dass bloße Leseförderungs-Projekte ohne wissenschaftliche Evaluierung und Qualitätskontrolle
nicht gesicherte Ergebnisse zutage fördern (vgl. die Round-Tables der Stiftung Lesen). Deshalb sollen hier beide Bereiche zu einem Projekt zusammengefasst werden. Zwar wenden
sich Studien der Förderung der Lesekompetenz und der literarischen Sozialisation zu, besonders intensiv werden im europäischen Kontext gerade „fluency-Konzepte“ erforscht und diskutiert.
Interessanterweise wird bei den Forschungen zum Lesen der Aspekt des Vorlesens in der Schule zu selten gestreift – dies gilt sowohl für den Unterricht in der Erstsprache als auch in der
Zweitsprache Deutsch. Vorlesen kann somit als eine Tätigkeit verstanden werden, die lebenslanges Lernen – hier als die Auseinandersetzung mit dem literalen Lernen – initiiert und stützt. Nicht
nur im Kindes- und Jugendalter (Schule), sondern auch im späten Adoleszenzalter (Hochschule) und im Erwachsenenalter (Berufs- und Weiterbildung) kann Vorlesen eine Schlüsselstelle der
kontinuierlichen literalen Beschäftigung sein. Deshalb wird dieses Projekt verfolgt und setzt zunächst an der Schule an (vgl. a. dazu den „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen“ –
GER).
Das Forschungsprojekt soll a) in eine wissenschaftliche Studie und b) in ein Set von Handreichungen für Lehrkräfte münden, die sowohl über die
Effekte des Vorlesens, möglicher „Vorleseliteratur“ und Hinweise für das Lesen durch die Lehrkraft informiert. Damit wird das bisher vorherrschende Defizit der schwachen Berücksichtigung des
Vorlesens in der Schule a) durch quantitative und qualitative Forschung und b) durch eine differenzierte didaktische Aufbereitung (in verschiedenen Medien) im vorliegenden Projekt
überwunden.