Terremoto en Chile – Erdbeben in Chile - Nachtrag

Veröffentlicht auf von Chili

 

Hier noch ein kleiner Nachtrag zum Erdbeben in Chile bzw. zum Erdbeben in meinem Stadtteil Las Viñitas in der Kommune Cerro Navia in Großsantiago. Mittlerweile weiß ich, dass es in Santiago ein Erdbeben der Stärke 3 war, was dann auch erklärt warum ich es nicht wirklich als stark empfand. Mitarbeiter von mir waren im zweiten Stock einer Wohnung, dort war es  schon deutlich stärker zu spüren. Insgesamt muss man sagen hatten wir Glück, denn die Siedlung in der ich arbeite ist nach dem letzten großen Erdbeben vom 3. März 1985 entstanden (ein Bericht hierzu weiter unten). Damals gab es nach dem Erdbeben viele Menschen ohne Wohnung und für diese Menschen wurden dann die Häuser in Las Viñitas gebaut, in denen sie heute noch leben.

Allgemeines zu Erdbeben in Chile

Chile liegt an der wichtigsten geologischen Verwerfungszone Südamerikas und ist auf Erdbeben vorbereitet, weil alle Neubauten seit vielen Jahren strengsten Auflagen zur "Erdbebensicherheit" unterliegen. Erdbeben der Stärke 5,9 führen deshalb tatsächlich in der Regel weder zu Personenschäden noch zu großen materiellen Schäden. Dies scheint zum Glück auch vergangene Nacht nicht anders gewesen zu sein.
Generell hält Chile allerdings den traurigen Rekord, das stärkste je gemessene Erdbeben erlebt zu haben: Im Mai 1960 erschütterte ein großes Erdbeben der Stärke 9,5 den mittleren Süden Chiles (Epizentrum ca. 700 km südlich von Santiago de Chile). Dieses Beben verursachte einen Tsunami, der sich über den pazifischen Ozean ausbreitete. Das 10.000 km entfernte Hilo, Hawaii und Küstenregionen von Südafrika wurden verwüstet. Die Anzahl der Todesopfer wurde damals auf 3.000 geschätzt.

Quelle: http://www.webnews.de/mitglied/eschenbeck

Und hier noch was in Wikipedia zum Thema steht:

Charakteristisch für die Großregion ist der starke Vulkanismus. Noch heute sind zahlreiche tätige Vulkane vorhanden. Der Aconcagua, mit 6962 Meter Höhe der höchste Gipfel der Anden, ist allerdings erloschen. In enger Verbindung mit dem Vulkanismus und der jungen Tektonik des Gebietes stehen die Erdbeben; die Hauptstadtregion wurde in ihrer Geschichte von zahlreichen Erdbeben getroffen. Das erste schwere Beben seit Gründung Santiagos im Jahre 1541 traf die Region am 16. Dezember 1575. Am 13. Mai 1647 zerstörte ein schweres Erdbeben die Stadt, 12.000 Menschen starben. Weitere große Beben ereigneten sich am 8. Juli 1730, am 19. November 1822 und am 16. August 1906. Am 3. März 1985 wurde eine Reihe von Gebäuden in Santiago durch ein starkes Erdbeben zerstört.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Santiago_de_Chile




Chile - Das Erdbeben 1985

Zurück in Santiago. Es ist Sonntag der 3. März 1985 und wir werden am nächsten Tag in die
Schweiz zurückfliegen. Um einige Besorgungen zu tätigen gehen wir in ein Ein­kaufs­zen­trum. Es ist kurz vor Ladenschluss. Wir verlassen das Zentrum über eine Rolltreppe. Plötzlich bricht eine starke Unruhe aus. Angst liegt in der Luft. Gefahr. Ein Gedanke: Bombenalarm. Nichts wie raus. Da ertönt ein dumpfes Grollen und gleichzeitig der erste Schrei. Das ganze Haus erzittert. Ein Erdbeben. Raus: Alle rennen. Panik. Gekreisch. Ein kurzer Spurt auf die Strasse. Die Erde bebt. Das ganze Einkaufszentrum vibriert. Das Gekreische geht unter in ohrenbetäubendem Lärm. Staub wirbelt auf. Fünf bis zehn Meter hoch. Wo sind die Frauen? Ich schreie Manuel an. Wir schauen gebannt auf den Eingang. Nichts. Plötzlich hört es auf. Wir rennen rein. Es ist dunkel. Leute liegen am Boden. Kreischende Menschen irren herum. Kinder weinen. Die Frauen waren noch im unteren Geschoss und wollten einen anderen Ausgang benutzen. Wir gehen zur stillgelegten Rolltreppe. Da kommen sie herauf. Ruhig und beherrscht. Sie haben sich festgehalten und an eine große Säule geklammert. Patrizia hat Erdbeben Erfahrung. Raus rennen ist gefährlich und falsch. Im Einkaufszentrum hat es zum Glück nur einige Leichtverletzte gegeben. Das Gebäude hat gehalten. Noch wissen wir nicht wie stark das Erdbeben wirklich war. Es hat 1 Minute gedauert. Für uns Schweizer eine absolut neue Erfahrung. Die Angst kommt erst später. Auf den Strassen der Hauptstadt bricht ein riesiges Verkehrschaos aus. Zwei Stunden später sind wir zu Hause. Die Mutter von Patrizia hat das Essen bereit. Bei Kerzenlicht essen wir. Es folgen Nachbeben. Sie sind schwächer. Wir stehen jedes Mal unter einen Türrahmen. In diesem Haus fühlen wir uns einigermaßen sicher, weil es nur ein Geschoss hat. Freunde kommen um hier zu übernachten. In den Wohnblöcken geht niemand mehr ins Haus. Bei einem Rundgang sehen wir erste Schäden. Die ganze Stadt ist dunkel. Der Strom ist ausgefallen. In den Quartieren mit Wohnblöcken campieren die Leute im Freien. Wir hören Radio und trinken Wein. Die Zahl der Toten erhöht sich laufend. Von Schlafen ist in dieser Nacht nicht die Rede. Zu stark ist dieses Erlebnis eingefahren und die regelmäßigen Nachbeben sind nervenaufreibend. Solche Katastrophen geben immer auch dem Militär auftrieb. So auch hier. Pinochet zieht seine große Schau ab. Er war zur Zeit des Erdbebens in Punto Arenas im Süden. Er hat die ganze Regierung mitgenommen. Sie wollten eine Woche dort unten die Probleme der Region studieren. Nun ist er auf dem Rückflug. Morgens um 3 Uhr: Pinochet ist in Santiago im Regierungspalast Moneda angekommen und hält eine Radioansprache. Er bezeugt dem Volk seine Solidarität und ruft zur Einheit beim Wideraufbau auf. Montagmorgen. Wir fahren zum Flughafen. Das Flughafengebäude ist arg beschädigt. Immer noch gibt es Nachbeben. Der Flug ist vollständig ausgebucht, viele Leute verlassen Santiago fluchtartig.


Significant Earthquakes of the World for 1985


DATE: March 3, 1985

ORIGIN TIME (UTC): 22:47:07.2

GEOGRAPHIC (LAT / LONG): 33.135 S / 71.871 W      

DEPTH: 33 N

MAGNITUD: 7.8

 

Near coast of central Chile


At least 177 people killed, 2,575 injured and extensive damage in central Chile, including the cities of San Antonio, Valparaiso, Viña del Mar, Santiago and Rancagua.

Maximum intensity VIII in the Valparaiso area.

Liquefaction occurred in saturated beach dune sands in the Viña del Mar and San Antonio areas.

Reports of extensive ground cracks and subsidence throughout most of the epicentral area.

Numerous landslides in the coastal mountains.

Felt in Chile along a 2,000 km strip from Copiapo to Valdivia.

Felt (VI) at Mendoza and (V) at San Juan, Argentina.

Also felt by people in high-rise buildings in Buenos Aires, Argentina and Sao Paulo, Brazil.

Tsunami generated with wave heights at selected tide stations as follows: 1.1 m at Valparaiso;

48 cm at Hilo, Hawaii; 15 cm at Sand Point, Alaska; 12 cm at Adak, Alaska; 11 cm at Rikitea.

Veröffentlicht in Leben in Santiago

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