Esta llave - dieser Schlüssel

Veröffentlicht auf von Chili

28.08.2008      Michael in Chile

 

Donnerstag vor dem Praktikum

 

Am Donnerstag vor dem Praktikum waren alle Praktikanten die von ContactChile vermittelt wurden im Barrio Bellavista eingeladen. Das war eine gute Gelegenheit andere Gäste des Landes und das ContactChile Team kennen zu lernen. Annette, meine Ansprechpartnerin und der Chef der Organisation, Malte Sieber, waren auch da. Hier konnte ich alles klären was noch nicht geklärt war und fragen was ich noch wissen wollte. Dazu gab es „pisco sour“ das Nationalgetränk von Chile und Musik vom DJ. „Pisco sour“ ist ein Traubenschnaps der hier mit Zitronensaft und Zucker gemischt wird und so als Aperitif getrunken werden kann. Ist  „süffig“ würde der Schwabe sagen.

Die 30 Minuten zu Fuß zu meiner Wohnung waren, trotz der Nacht und den vielen Warnungen um diese Zeit allein durch die Stadt zu laufen, unproblematisch. Irgendwie muss man ja heim kommen, wenn die Metro schon vor 12 Uhr ihre Pforten schließt.

Daheim angekommen steckte ich den Schlüssel ins Schloss und, oh Wunder, es sprang nicht auf. Interessant! Noch mal. Nichts! Jetzt wurde mir etwas mulmig. Die meisten Häuser sind hier hermetisch abgeriegelt. Meins auch, konnte ich jetzt, nach einem Gang um den Block, feststellen. Ich war ausgesperrt, was an dem zweiten Schloss an der Eingangstür zu meinem Wohnkomplex lag und daran, dass ich keinen Schlüssel für dieses Schloss bekommen hatte. Ich kann sagen man kommt sich in einer großen Stadt mitten in der Nacht vor einer geschlossenen Tür tatsächlich einsam und verlassen vor. Was tun? Ich wartete erst einmal eine Weile und dachte mir, dass vielleicht jemand kommen würden. Und, welch Wunder, es kam jemand und er sah ganz so aus als wollte er auch in meinen Wohnkomplex. Nach kurzem Fragen bestätigte er mein Gefühl und machte sich daran seine Taschen nach dem Schlüssel zu durchsuchen. Er fand ihn nicht. Jetzt standen wir zu zweit vor der Tür. Er hatte seinen Schlüssel im Büro vergessen. Auf zurück zum Büro, dachte ich mir aber da kam schon eine noch bessere Idee von ihm. Er rief seine 76 Jahre alte Mutter an die dann auch nach einiger Zeit kam, im Bademantel und die Tür aufschloss.

 

Endlich ins Bett.

 

4 Tage später lag ein Zettel auf meinem Schreibtisch:

 

Michael esta llave es la segunda de la puerta de la calle.

La veces es necesaria porque a medianoche deberia usarse hasta

la madrugada, espero que entiendas.

Gracias

Patty

 

Es hatte sich rumgesprochen.

 

 

Veröffentlicht in Leben in Santiago

Kommentiere diesen Post