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Tuesday 22 january 2 22 /01 /Jan. 11:29

Praxisbericht Chile Teil 8 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009

 

 

3.4        SEDEJ im Kontext

 

SEDEJ sieht sich als Mittler zwischen ver­schiedenen pri­va­ten und öffent­li­chen Stel­len. Das Schaubild rechts zeigt die Position von SEDEJ in der Ge­sellschaft. Die Organisation ist zum einen ein re­gio­nales Zentrum für Frei­­willi­gen­arbeit und ein Vertreter der Ver­ein­igung der Nicht­regierungs­or­ga­ni­satio­nen. Zum an­de­ren arbeitet SEDEJ zu­sam­men und ver­­­mittelt zwi­schen staat­lichen Stellen und so­­zialen Organisationen auf kom­mu­naler und regionaler Ebene. (ebd.)

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Friday 18 january 5 18 /01 /Jan. 11:16

Praxisbericht Chile Teil 7 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009

 

 

1.1        Standorte – Ziele – Arbeitsschwerpunkte

 

Der Hauptsitz von SEDEJ ist in einem offenen alten Gebäude im Zentrum von Santiago in der Region Metropolitana. Hier, wo sich alle wichtigen Stellen der Organisation ver­sam­meln, wird koordiniert, organisiert und verwaltet. Außenstellen gibt es in den Städten Val­pa­­raíso, Co­quimbo und La Serena (Vega 2008). Bei Bedarf und um näher bei den Men­schen zu sein wer­­den tem­po­rär Stadtteilbüros eingerichtet.

SEDEJ definiert seine Arbeit als pädagogische Unterstützung. Das Ziel dieser Unter­stüt­zung ist die Entwicklung und Stärkung von Personen in ihren Möglichkeiten. Sie sollen Ak­­­teure ihres Lebens, ihrer Geschichte und ihres Ortes sein. SEDEJ legt deshalb Wert auf so­­­ziale Organisationen als einen Raum für die Entfaltung menschlicher Fähig­keiten und Po­tentiale. (Sedej 2012) Dies spiegelt sich wieder in (ebd.):

 

-          der Schaffung neuer Beziehungen,

-          persönlicher Reflexion,

-          kulturellem Schaffen,

-          der Wiederbelebung persönlicher und sozialer Geschichte,

-          und der Entdeckung, dass Bildung ein integres Leben ermöglicht.

 

Daher strebt SEDEJ an, in einer beschleunigten und immer komplexer werdenden Dynamik der Welt, ein beständiger und kreativer Gesprächspartner im Leben der ärmsten und schwäch­s­ten Menschen unserer Gesellschaft zu sein. Gleich­zei­tig will SEDEJ ein auf­merk­sa­mer Zeuge dafür sein, wie sich diese Menschen äußern und sich Lebensräume schaffen. (Sedej Flyer 2009)

 

Die Hauptaktivitäten, die SEDEJ über die Jahre entwickelt hat, sind (ebd.):

 

-          Förderung pädagogischer Erfahrungen organisierter Bevölkerungsgruppen

-          Aufbau der lokalen Jugendarbeit

-          persönliche, soziale und ökonomische Entwicklung von Frauen

-          Unterstützung lokaler Teams von und mit Fachleuten, Studenten, Entertainern, Füh­rungs­­­kräften und Seelsorgern

-          Bildung und Ausbildung für Jugendliche

-          Beratung und psychosoziale Prävention von Jugendlichen mit Problemen der Sexualität (Teenager-Schwangerschaft, AIDS, Drogen, Familie)

-          Beratung der Leitungen der städtischen und ländlichen Gemeinde-Organisationen

-          Kultureller Austausch zwischen Chile, Kanada und den Niederlanden

-          sozio-kulturelle Jugendarbeit mit Straßenkindern

-          Zentrum für visuelle Dokumentation

-          Psychosoziale und psycho-pädagogische Dienste durch individuelle Betreuung und the­ra­peutische Sitzungen

-          Unterstützung von leistungsfähigen Gemeinschaftsinitiativen in städtischen und länd­lichen Gebieten

-          Lokale Programme für die Entwicklung von Jugendlichen

-          Bereitstellung von Dienstleistungen zur Verbesserung der Lebensqualität für Senioren in Stadt und Land

-          Erstellung von wissenschaftlichen Untersuchungen mit qualitativen Methoden und unter Mitwirkung der örtlichen Bevölkerung

-          Design und Durchführung von sozialen Projekten als Antwort für Probleme in Fa­milie und Gesellschaft

 

Die Begleitung von SEDEJ erstreckt sich auf Gemeinden, Stadtteile, Bevölkerungs- und Jugend­gruppen in den Städten Santiago, Valparaíso, Coquimbo und La Serena (ebd.).

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Sunday 13 january 7 13 /01 /Jan. 11:13

Praxisbericht Chile Teil 6 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009

 

1.1        Rechtlicher Status und Organisation

 

SEDEJ ist eine eingetragene gemeinnützige Gesellschaft des privaten Rechts. Neben diesem Hauptzweig gibt es noch die „Sociedad de Capacitación SEDEJ Ltda.“ Dies ist ein Teil von SEDEJ, der die Geschäftsform einer GmbH hat, die hier jedoch nicht weiter erwähnt werden soll. SEDEJ ist eine basisdemokratische Organisation, die sich aus einer Mit­gliederversammlung zusammensetzt. Die Mitglieder wählen den Präsidenten, seinen Stell­­vertreter, einen Sekretär, einen Schatzmeister und einen Geschäftsführer für die GmbH. (Maluenda 2009; Vega 2008)

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Saturday 5 january 6 05 /01 /Jan. 11:09

Praxisbericht Chile Teil 5 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009

 

 

1         Die Organisation „SEDEJ“

1.1        Kurze Geschichte

 

Die Praxisstelle SEDEJ ist eine chilenische Nichtregierungsorganisation. SEDEJ steht für „Ser­vi­cios para el Desarollo de los Jóvenes“, was auf Deutsch so viel wie „Diens­te für die Entwicklung von jungen Menschen“ bedeutet. Die Organisation in ihrer heutigen Form wurde 1977 von Frei­wil­li­gen und dem Weihbischof von Santiago (1974-1982) Enrique Alvear Urrutia (Wolters 2012) ge­grün­­det. Unter den Freiwilligen befand sich neben an­deren der Soziologe Theologe und Präsident von SEDEJ (während meiner Prak­ti­kums­zeit) Don Ma­nu­el René Maluenda Villegas. Be­ein­­flusst wa­ren al­le von Prominenten wie dem da­ma­li­gen Kar­di­nal (seit 1962) und Erzbischof von San­tia­go (1961-1983) Raúl Silva Henríquez (ebd.), die­ser wur­de 1962 Prä­si­dent des Internationalen Cari­tas­ver­­bandes und er­hielt neben anderen Aus­zeich­nungen zwei Men­schen­­rechtspreise (darunter den der Ver­ein­ten Na­ti­o­nen 1978) und Gustavo Gutiér­rez dem Mit­be­grün­der und Namens­geber der Be­frei­ungs­theo­logie. Andere Größen, die das Wir­ken von SE­­DEJ be­­ein­fluss­ten, waren Leo­nardo Boff (Haup­tvertreter der Be­frei­ungs­theo­­logie, der ver­sucht seine Kir­che auf die Verteidigung der Men­schen­rechte für die Ar­men zu ver­pflich­ten) und Paolo Freire, ein in Theorie und Praxis welt­weit einflussreicher Pä­dagoge und Autor. (Maluenda 2009)

Die Organisation hat ihren Hauptsitz im Zentrum Santiagos. Der Name lässt vermuten, dass sie sich hauptsächlich um Kinder und Jugendliche kümmert und tatsächlich, wer die Ge­schich­­te der Organisation betrachtet, findet die Ursprünge in diesem Bereich. Die Vor­läu­fer­­­organisation von SEDEJ wurde von Mitgliedern eines Jesuitenordens, denen wie­de­rum Manuel René Maluenda Villegas angehörte, gegründet, welche sich um die Belange von armen Kindern und Jugendlichen kümmern wollten. Da sich die Glaubensbrüder ir­gend­­­­­wann verpflichtet sahen, nicht nur jungen Menschen katholischen Glaubens zu helfen – son­dern allen – überführten sie die ehemals katholische Organisation mit anderen Frei­wil­­li­gen in eine weltliche, gaben ihr den Namen SEDEJ und waren somit für alle jungen Men­­schen offen. Heute hat sich das Aufgabengebiet von SEDEJ auf nahezu alle Be­völ­ke­rungs­­gruppen und Themen ausgedehnt. (Maluenda 2009)

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Tuesday 1 january 2 01 /01 /Jan. 11:07

Praxisbericht  Chile Teil 4 

 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009

 

 

1.1        Republik Chile – Wissenswerte Länderinformationen

 

Bevor in den näch­sten Punkten auf die Organisation und den Stadtteil des Prak­tikums ein­ge­gangen wird, folgen zu­nächst einige grund­­legende In­for­ma­tio­nen zu Chile sel­bst. Die­­se sol­len ei­nen all­ge­mei­nen Über­blick über Da­ten und Fak­­ten des Lan­des geben und die Basis des fol­gen­­den Be­richts bil­den. Chile be­fin­det sich ein­­ge­engt zwi­schen dem Süd-Pa­­zi­fi­schen Ozean im Wes­­­ten und dem Ge­birgs­mas­siv der An­­den im Osten ganz am süd­öst­­li­ch­en Ende des süd­a­me­r­i­ka­­ni­sch­en Kon­ti­­­nents (Sieber 2007: Um­schlag­seiten & 118 ff.). Das Land ist im Ver­hält­­nis zur Brei­­te das läng­­­s­te Land der Er­­de. Zu Chile ge­hören auch ein­ige Inseln, die be­kann­tes­ten sind die Oster­insel und die Insel Ro­­bin­són Cru­soe, die sich 3700 km bzw. 670 km west­lich des Festlandes be­­fin­den (Pro Chi­le 2012). Chi­le ist ei­ne prä­si­dia­le Re­­­publik. Bis zum Jahr 2010 war Mi­chel­le Ba­che­­let die Prä­­­­si­­den­tin des Lan­­des (Sieber 2007: 118). Der am­­­tie­­ren­de Prä­si­dent (2012) heißt Se­bas­­­tián Piñe­ra (Go­­bier­no de Chile 2012). Die Amts­­­­spra­­­che ist Spa­­­nisch (ca­­s­­­­te­llano). Das Land hat ei­­­­ne Flä­che von 756.626 km2 und ist so­mit mehr als dop­pelt so groß wie Deut­sch­­land mit sei­nen 357.000 km2. Den­­­­noch ge­hört Chile in Süd­­­­a­me­­rika eher zu den klei­ne­­ren Län­dern. Chile ist mehr als 4300 km lang und  im Mittel ca. 180 km breit, wo­bei die größte Ost-West-Aus­­deh­nung etwa 400 km be­­trägt und die schmal­­ste Stel­­le et­wa 16 km breit ist (Sie­ber 2007: 118). Der höchste Berg Chiles ist der Ojos del Salado mit 6891 Metern (ebd.). Chile hat ca. 16,6 Mio. Einwohner (2007) (a. a. O.: 119). Die Be­völke­rungs­dich­­te liegt im Durch­­schnitt bei 21 Ein­woh­nern pro km2 (in Deutsch­land leben ca. 228 Einwohner pro km2) (ebd.). Das Be­völ­ker­ungs­wachstum liegt in Chile bei ungefähr einem Pro­zent (ebd.). Pro 1000 Ein­wohner wer­­­den jähr­lich ca. 15 Kin­der ge­bo­ren und es ster­ben ca. 5,5 Per­so­nen (ebd.). Jede Frau hat durch­­­­schnitt­­lich zwei Kin­­der (ebd.). 25% der Be­völ­­ke­rung sind unter 15 Ja­h­­ren; 11,4% der Ein­woh­ner sind über 60 Jahre (ebd.). In der Haupt­stadt San­tia­­go de Chi­­le leben ca. 4,7 Mio. Men­­schen, was ei­­­­nem Be­völ­ke­rungs­an­teil von et­wa 40 % ent­­spricht (ebd.). Die Le­bens­­er­­wartung in Chi­le beträgt für Frauen 81 Jah­re und für Män­­­ner 74 Jah­re (ebd.). Deutsch­­land hat hier für Män­ner 83 Jahre und für Frau­en 78 Jahre (Destatis 2012). Chile hat ei­ne An­al­pha­be­tenrate von 4,2 % (INE 2003) (laut ei­ner Stu­die der Uni­ver­­sität Ham­burg (2011) sind 4 % aller deut­schen Er­wach­senen to­ta­le An­al­pha­­­be­ten (Zeit Online 2011)). Das Brut­­­­­to­­­inlands­pro­dukt liegt bei ca. 116.000 Mrd. Eu­ro – pro Kopf ca. 10.380 Euro (kauf­­­kraft-kor­­ri­giert, 2006) (Sieber 2007: 160). Chi­­les Wirt­schafts­wachs­­­tum lag im Jahr 2006 bei 4%, die In­fla­­tion bei 3,4% (ebd.), das reale Pro-Kopf­-Ein­kom­men­­ liegt bei ca. 7100 Eu­­ro jährlich (Sieber 2007: 119). Die Ar­muts­zahl[1] von Chile liegt bei 2% (ebd.). Der Durch­schnittsverdienst der Arbeitnehmer mit Ar­­beits­ver­trag 2006 betrug 515 Euro pro Monat (a. a. O.: 119). 70 % aller Chi­lenen sind kat­h­o­lisch, 15 % pro­tes­tan­tisch (ebd.). Zu­­­dem gibt es u. a. Min­der­­hei­­ten von Zeu­gen Je­ho­vas, Mor­­mo­nen, Ju­­­­den (ebd.). Der An­teil der in­di­ge­nen Bevölkerung in Chile be­trägt 4,6%. Von die­sen sind 87% Ma­­pu­che, 7% Ay­ma­­ra und 3% Ata­ca­me­ños (ebd.). Ein Di­­­­rekt­flug von Deut­sch­­land nach Chile ist ca. 12.500 km lang, dauert ca. 16 Stun­den und kos­tet im Schnitt 1000 Eu­­ro (Magin 2008). In San­tia­go de Chile hat es im Ja­nuar durch­­schnitt­­lich 21°C (World Me­teoro­lo­gi­cal Organization 2012) und die Jahreszeiten sind genau um­ge­kehrt wie in Deutschland. Im Juli liegt die Tem­­pe­ra­tur in der Haupt­stadt bei durch­­schnittlich 8°C (ebd.). Die jährliche Durch­­­­schnitts­­tem­per­­atur in San­tia­go de Chile liegt bei ca. 14°C (ebd.). Be­deu­tend­ster und auf vielen Ver­an­stal­­tungen ver­tretener Tanz ist die Cue­ca (Vega 2008). Eine sehr häufig vertretene Mu­sik ist die „Neue Ge­sangs­be­we­gung“ oder „Nueva Cancion Chliena“ deren Haupt­ver­tre­ter Violeta Para (1917-1967) und Vic­tor Jara (1938-1973) zusammen mit der Gruppe „Inti-Illimani“ sind (Sieber 2007: 190 f.). Die Gruppe Inti-Illimani tritt noch heute bei vielen, oft politischen, Veranstaltungen auf.


[1] Laut WHO gilt als arm, wer weniger als 1 US-Dol­lar am Tag ver­dient. Den hier genannten Armutszahlen der chilenischen Regierung für Chile und Bolivien liegen andere Kriterien zugrunde, dennoch geben sie einen Anhaltspunkt über die Armut in diesen Ländern – Die Ar­muts­zahl von Deutsch­land liegt bei 0%, das heißt keiner verdient hier weniger als 1 US Dollar am Tag, die des Nachbarlands Bolivien liegt bei 23%, hier haben die Menschen eine Le­bens­er­war­tung von 65 Jah­ren.

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Saturday 15 december 6 15 /12 /Dez. 12:24

Praxisbericht  Chile Teil 3 

 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009 

 

 

1.1        Mein Leben in Chile

 

 

Das Leben in der Hauptstadt war einerseits ver­gleich­bar mit dem in einer deutschen Groß­stadt an­­­dererseits auch wieder nicht. Im Reiseführer stand, Chile sei Lateinamerika für Anfänger (Magin 2007). Der Kul­­­turschock war demnach nicht be­deu­tend. Ge­wohnt habe ich die ersten zwei Drittel des Prak­ti­kums bei einer al­lein­er­zie­hen­den Mutter – in ei­nem Mini-Zimmer hinter der Kü­che. Das Zim­mer war mit Mini-Bad, Bett, Schrei­btisch, W-LAN, Fern­seher und funk­tions­un­tüch­tigem Gas­ofen aus­ge­stattet und ich konn­te die Küche und die Wasch­­ma­­schine der Fa­mi­lie mit­be­nut­zen. Im Zim­mer be­fand sich ein Fen­ster, von dem aus ich einen schö­­nen Blick auf den Innenhof des Häuserblocks hat­­te. Die Wand zum Hof war nur notdürftig ab­ge­dich­­­tet und so­mit sehr kälte­durch­lässig. In der ers­ten Woche hat­te es in meinem Zimmer ca. 14°C und es reg­ne­te un­un­ter­brochen. Meine Ver­mie­ter­in ar­­­bei­te­te den gan­zen Tag und war oft müde. Sie ver­­­­mie­te­te das Zim­mer, weil sie das Geld für das Jura­­­­studium ihres Sohnes be­nö­tig­te. Die Stu­di­en­ge­­­­­bühr für sein Stu­dium kostete um die 500 Euro im Mo­nat (Troncoso 2008), was im Vergleich zu chi­le­ni­schen Ge­häl­­tern exorbitant hoch war. Sti­pen­dien sind in Chi­­­­le eine ab­solute Aus­­nah­me und haupt­­­säch­lich für Opfer der Dik­ta­tur zu be­kom­men. Ansonsten war meine Ver­­mie­­te­rin meist freund­­­lich, manch­mal auch an­streng­­end. Die Woh­n­ung befand sich fünf Mi­nuten von der nächs­­ten Metrostation und 15 Minuten zu Fuß vom Stadt­zentrum. Ein­­kaufs­mög­­­lich­­kei­ten gab es im Um­kreis von fünf Mi­nu­ten. Mei­ne Ta­ge ver­liefen in der Re­gel so, dass ich früh auf­stand und am Chile Blog (chile.over-blog.de) arbeitete, Ein­käu­­fe für den Tag erledigte und am Spa­­­nisch­­kurs bei Tandem Santiago (www.tandem­san­tiago.cl) teilnahm. Darauf folg­te ei­ne Stun­­de Pau­­se und eine Stunde Fahrt zu mei­ner Ar­beits­­­stel­le. Ab zwei Uhr arbeiteten wir bis zwi­­schen 8 und 10 Uhr. Danach fuhr ich heim oder in die Stadt, wo ich meist mit meinen Ar­beits­­­kol­le­­gen noch etwas unter­nahm. An den Wo­chen­­enden sah mir Land und Leute an oder ich half beim Pro­jekt „Vía Lác­­tea“  (Milch­­stra­ße-Pro­jekt) in dem Stadt­­vier­­tel, in dem ich arbeitete. Bei die­­­­sem wurden jeden Sams­­tag die Kinder des Stadt­­­­­viertels von Las Viñi­­tas mit ei­nem ge­sun­den Früh­­­stück aus Milch, Brot und Obst ver­sorgt und es wur­­den Spie­le gespielt, sonstige Ak­­ti­­vi­tä­ten un­ter­n­ommen oder auch Aus­flüge ge­macht (Ma­lu­enda & Vega 2009: 34). Das letzte Drit­tel mei­­nes Prak­­­ti­kums verbrachte ich in der Wohnung von Eri­ka Pereira. Die­­ser Wo­h­nungs­wech­sel brach­­te sehr viele gute Ge­­sprä­che, eine sehr an­ge­neh­­me Wohn­­at­mos­phä­re, aber auch ei­­­nige un­an­ge­­nehme Tier­chen und ein Rinnsal an Du­­sche. Die mei­s­ten Men­­schen, mit denen ich zu tun hatte, wa­ren freun­d­lich und hilfs­­bereit oder auch einfach nur wit­zig. Neben mei­ner Prak­ti­kums­­tä­tig­keit blieb Zeit für drei Rei­sen. Eine führ­te mich in den Nor­den Chiles und nach Peru. Eine an­­­de­re in den Sü­den des Landes auf die Insel Chi­loe und auf den ak­tiven 2840 m hohen Vul­kan Vil­la­r­­rica. Die drit­te Reise führte nach Osten über die An­den nach Argentinien und hier in die grüne Stadt Mendoza.
 
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Thursday 13 december 4 13 /12 /Dez. 12:01

Praxisbericht  Chile Teil 2 

 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009


 

2         Einführende Erläuterungen zu Vorbereitung, Leben und Land

2.1        Meine Vorgeschichte und Vorbereitung

 

Was zu Beginn der Praktikumsvorbereitungen fest stand war, dass es im Ausland sein soll­te. Die Grenzerfahrung Ausländer unter Ausländern – also den Einheimischen eines frem­den Landes – zu sein, wollte ich auf jeden Fall machen. Um auch eine sprachliche Heraus­for­­de­rung zu haben und trotzdem nicht komplett überfordert zu sein, beschloss ich, in ein spa­­nisch­-sprachiges Land im lateinamerikanischen Raum zu gehen.

Den Kontakt zu meiner Praxisstelle kam zustande über ContactChile[1], einer deutschen Or­ga­ni­sa­tion in Chile, welche Praxisstellen, Zimmer uvm. an Menschen aus der ganzen Welt ver­­mit­telt. Der Vermittlungsprozess war binnen zwei Monaten abgeschlossen und war völ­lig un­prob­lematisch. Auch die Kosten hielten sich in einem überschaubaren Rahmen. Zu den Kosten insgesamt gibt es anzumerken, dass das Praktikum nahezu komplett selbst fi­nan­­ziert werden musste. Dazu gehör­ten: die Vermittlungsgebühr, in der eine während des ge­­sam­ten Aufenthaltes, stets gleich bleibende und hochwertige deutschsprachige Betreuung ent­­halten war, der Flug als teuer­ster Einzelposten, Wohnen, Essen, Aus­lands­kranken­ver­sicher­­ung, Sprachkurs in Chi­le und diverse Besichtigungen, Aktivitäten und Reisen. Aus Alters­gründen (> 30 J.) erhielt ich leider keine monatliche oder sonstige Bezuschussung. Dank der kompetente Beratung und des engagierten Einsatzes von Frau Tenhumberg, einer Mit­­arbeiterin des Akademischen Aus­lands­amtes der Hochschule Ravensburg-Weingarten, be­kam ich während des Praktikums schließ­lich doch noch eine Zusage für eine einmalige fi­nanzielle Unterstützung des Lan­des Baden-Württemberg von 500 Euro, was sehr er­freu­lich war.

Die ca. 24-stündige Reise nach Chile verlief von Stuttgart über Paris, Sao Paulo bis nach San­tiago, der Hauptstadt Chiles. Der erste Kontakt war ein an­schei­nend über meine Ein­rei­se höchst erfreuter Zöllner, der zweite eine nette Chilenin im Sam­mel­taxi und in der Stadt wur­­de ich auch von meiner Gastmutter gleich freundlich auf­ge­nom­men und in mein kleines Zim­­mer im Zentrum Santiagos eingeführt. Da ich im Winter ankam, war es in der Stadt sehr regnerisch und in meinem Zimmer ungemütlich kalt.

 



[1]ContactChile Ltda. – Huelén 219 piso 2 – Providencia – Santiago de Chile

Tel. /Fax (0056-2) 264 17 19 – E-Mail: info@contactchile.cl – Website: www.contactchile.cl

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Tuesday 11 december 2 11 /12 /Dez. 11:25

 Praxisbericht 

 

Trabajo de muchas manos - semillas de nuevos sueños

 

Arbeit vieler Hände - Samen neuer Träume

 

 

 

„Mach‘ was für dich, für deine Zukunft. Sei Teil der Bevölkerung!“

 

 Praxissemester in Santiago de Chile vom 15.08.2008 bis 23.03.2009

 

 

 

1         Einführung

 

Dieser Praxisbericht ist mehr – mehr als nur eine Beschreibung und Reflexion meiner Tä­tig­­keit bei meiner Praxisstelle in Santiago de Chile. Er ist eine umfangreiche Auf­ar­bei­tung von sieben Monaten in einem mir völlig fremden Land. Es hat etwas gedauert bis ich wie­der die innere Ruhe fand, diesen Bericht zu schreiben. Und es wurde mir während des Schrei­­bens immer klarer, was geschehen ist und wo ich war. Vieles wird mir jetzt, mit mei­nem deutlich besseren Sprachverständnis, erst wirklich bewusst und erklärt sich.

Dieser Praktikumsbericht soll mein Praktikum in Chile vor allem nutz­brin­­g­end sowie in an­schau­licher Art und Weise dokumentieren. Er wird um­­fang­reicher und holt etwas mehr aus als allgemein üblich. Dies ist aus mei­­ner Sicht je­doch er­forderlich, sollen die Auf­ga­ben­stel­lun­gen (Bericht, Reflexion, Vergleich Deutschland-Chile) angemessen erfüllt wer­den. Nur so las­­sen sich die Zusammen­hänge bes­ser in den Kontext eines fernen Landes und einer frem­den Kultur ein­ord­nen, nach­voll­zie­hen und somit ver­stehen. Vor diesem Hintergrund soll­­te der Bericht ge­le­sen und ver­stan­den werden.   

Im Wesentlichen beschreibt dieser Bericht einen Abschnitt eines großangelegten Re­gie­rungs­­­­­­­programmes zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in benachteiligten Stadt­­­gebieten Chiles. Mein Praktikum absolvierte ich in einem Team der Nicht­re­gie­rungs­or­­­ganisation SEDEJ in dem Stadtteil Las Viñitas der Hauptstadt Chiles. Die Hauptaufgabe die­­ses Teams war es, in dem Stadtteil eine demokratisch organisierte und repräsentative Bür­­­­ger­vertretung aufzubauen. Die Menschen des Stadtviertels sollten dazu befähigt wer­den, ihre Be­dürfnisse und Wünsche zu erkennen, zu formulieren und sich ei­gen­ver­ant­wort­lich für die Um­setzung ihrer Belange zu engagieren.

Der vorliegende Praxisbericht kann in drei Teile dividiert werden. Der erste Teil ist der ei­gent­­li­che Be­­­richt über alle Felder und Abläufe meines Praktikums (Kapitel Drei bis Sechs). Zur Ein­stim­mung und um ein Ge­spür für das lateinamerikanische Land zu bekommen, wird in Kapitel Zwei zu­nächst kurz auf mei­ne Vor­ge­schich­te ein­ge­gan­gen, werden meine Vor­be­reitungen für das Prak­ti­kum beschrieben, mein Leben in Chi­­­­le vor­gestellt und wer­den einige wissenswerte In­for­ma­tio­nen zum Land Chile prä­sen­tiert. In Ka­­­pitel Drei wird dann SEDEJ, die aus­füh­rende Organisation des Pra­xis­pro­jek­tes, an dem ich teil­neh­men durf­te, vor­gestellt. In Ka­pi­tel Vier folgen alle wichtigen In­for­­ma­tio­nen zu mei­­nem Ar­beits­um­feld – dem Stadtteil „Las Viñitas“ – sowie in Kapitel Fünf zur Or­­ga­ni­sa­tion SEDEJ Vor­ort im Stadtviertel. In diesem Ka­pitel werden der Arbeitsauftrag, der Pro­jekt­ab­lauf, das Stadt­teil-Büro und die Auf­ga­ben­ge­biete der einzelnen Teammitglieder be­schrie­ben. Kapitel Sechs schließ­­lich beinhaltet meine persönlichen Rollen und Auf­­ga­­ben in Pro­jekt und Stadtviertel so­wie den allgemeinen Ablauf meines Praktikums. 

Der zweite große Teil des Praxisberichts, das Kapitel Sieben, umfasst die Auswertung und Re­­fle­­xion des gesamten Pra­kti­kums und der dazugehörenden Veranstaltungen. Dieses Ka­pi­tel ist in fünf Unterpunkte auf­ge­­teilt: Ei­ne Reflexion meiner eigenen Aufgabenfelder und Tätigkeiten wie bspw. eines Foto­pro­jek­tes (7.1), eine Reflexion meiner Eindrücke bzgl. des ganzen Projektes und Pro­gramms an dem ich teilnahm (7.2), eine Auf­stel­lung meiner Lern­­­erfahrungen mit einer Reflexion das Praktikum bezogen auf das Studium (7.3) und ei­ne kurze Evalu­a­­tion der Nützlichkeit der be­glei­ten­den Lehr­ver­an­stal­tungen des vier­ten Se­mes­ters (7.4). Ka­­pitel 7.5 ergänzt diese Punkte um einige eigene ein­schneidende Er­leb­nis­se wäh­rend der Praktikumszeit außerhalb meiner Praxisstelle, die für meine per­sönliche Ent­wick­lung be­deutend waren.

Der dritte Teil des Berichts besteht in Kapitel Acht aus einem Vergleich von Chile mit Deut­schland. Es wird die praktische Arbeit in Chile und die be­obach­te­te Theorie in der Pra­xis mit der in Deutschland gelehrten und gelernten Theorie ver­gli­chen. Die re­le­van­ten Punk­te sind hier ganz allgemein die Prinzipien der Sozialen Ar­beit, im speziellen die der Ge­meinwesenarbeit (GWA), der Stadtteilarbeit (STA), und die des aus den USA stam­men­den Community Organizings (CO). Der Praxisbericht endet schließlich mit einem kurzen Schlusswort.

Um sich eine bessere Vor­stel­lung der Bedingungen und der Arbeit in Chile machen zu kön­nen, wird der Bericht durch Foto­grafien des Autors und anderer Personen sowie durch an­schau­liche Ab­bildungen und Gra­­fiken illustriert und ergänzt. Im Anhang finden sich prak­ti­kums­­re­le­vante offizielle Do­­kumente, die Er­ge­b­nisse meines eigenen Projektes sowie einige an­­de­re beispielhafte Produkte meines Prak­­tikums. Besonders empfehlen möchte ich den Film auf der DVD, der unter meiner Mit­wir­kung entstanden ist und das Projekt, an dem ich teil­­neh­men durfte, dokumentiert.

 

 

 

 

Der Autor dieser Arbeit ist um die sprachliche Gleichbehandlung von Personen­be­zeich­nungen bemüht. Wird an einigen Stellen dennoch nur die männliche Form verwendet, so dient dies einer besseren Verständlichkeit des Textes und soll keinesfalls Männer ge­gen­über Frauen bevorteilen, sondern für beide Geschlechter ex aequo gelten.

von Chili - veröffentlicht in: Praktikum in Chile - Community: Leben und Arbeiten im Ausland
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Thursday 4 october 4 04 /10 /Okt. 10:45
von Chili - veröffentlicht in: Reisen in Chile - Community: Chile
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Wednesday 4 april 3 04 /04 /Apr. 09:26

Schule - Lernen - Spanisch

 

Eben habe ich eine geniale Seite gefunden. Hier findet sich ein großer Teil des Stoffes den man in der Schule oder fürs Leben lernen kann. Falls also jemandem noch etwas fehlt....

 

http://www.profesorenlinea.cl/index.html

 

Beste Grüße - Saludos

von Chili - veröffentlicht in: Soziales und Wissenswertes - Community: Bildung & Schule
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